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Kultur + Geschichte.


Die kleine historische Stadt Radstadt

Stadt Radstadt kleine historische Stadt - Kultur & Geschichte
Foto: TVB Radstadt

Die Stadtanlage von Radstadt, dem Hauptort des Ennspongaus im Land Salzburg, liegt 856 m über dem Meeresspiegel auf einer nach drei Seiten abfallenden Terrasse. Am 27. Juli 1289 verlieh der Erzbischof von Hohenegg eine Urkunde, in der er den Bürgern von Radstadt ("Cives in Rastatt") alle städtischen Rechte, Privilegien und Freiheiten verlieh, die auch die Stadt Salzburg und andere Städte des Erzstiftes innehatten, und befreite sie für zehn Jahre von allen Steuern und Abgaben mit Ausnahme der zur Befestigung und Bewachung der Stadt notwendigen Leistungen. Dieses Dokument beinhaltet also das Stadtrecht für Radstadt und ist Anlass der Jubiläumsfeierlichkeiten im Jahr 2014.

Die Gegend um Radstadt wurde im 4. Jhdt. v. Chr. von den Kelten besiedelt. Anschließend erfolgte die Besitznahme durch die Römer, wobei die wichtige Römerstraße von Aquileia über den Radstädter Tauern nach Juvavum (Stadt Salzburg) führte. Mit der bairischen Besiedelung im 7. Jhdt. n. Chr. beginnt die eigentliche Geschichte der "alten Stadt im Gebirge". Die Namensgebung, ob slawischen oder germanischen Ursprungs, ist bis heute nicht geklärt - RASTAT (1074), RADESTAT (1092), RASTAT (1139). 

Im 13. Jhdt. wurde die gesamte Terrasse befestigt und Radstadt erhielt das Stadtrecht - die einzige Stadt des Erzbistums Salzburg im Gebirge. Der Ort wurde wegen seiner strategischen Bedeutung an der Grenze zu Österreich mit vielen Privilegien und Freiheiten ausgestattet. Seine erste Bewährungsprobe musste die Stadt 1306 im Streit mit Herzog Albrecht von Österreich ablegen. Aus dieser Zeit stammt auch das Stadtwappen. Langsam wurden Gerichts-, Markt- und Stapelrecht von der Muttersiedlung Altenmarkt auf Radstadt übertragen. Durch die vielen Großbrände (1365, 1417, 1616, 1781, 1855 und 1865) wurde die Stadt vieler historischer Bauwerke beraubt, von denen heute nur noch der SCHUSTERTURM (eine spätgotische Lichtsäule aus 1513) im Friedhof zeugt.

Die bedeutendste Epoche Radstadt’s war der Bauernkrieg 1525/1526. 5000 Bauern sammelten sich unter der Führung von MICHL GAISMAIR, doch der Ort hielt der Belagerung stand und erhielt für seine Treue 1527 von Erzbischof MATTHÄUS LANG den großen Freiheitsbrief und den Titel "ALLZEIT GETREU". Auf diesen Freiheitsbrief gründet sich noch heute die privilegierte, uniformierte Bürgergarde der Stadt.

1621 wurde in der ehemaligen PFLEGBURG,  ein Benediktiner Gymnasium errichtet. 1628 übernahm der Kapuzinerorden die Burg als Kloster bis zu seiner Auflösung im Jahre 1978. 1731/32 mussten wegen des Emigrationsediktes Erzbischof Firmians über 3000 Menschen aus dem Bezirk Radstadt auswandern, wobei viele in Ostpreußen eine neue Heimat fanden. In der ersten Hälfte des 19. Jhdt. wechselten österreichische, bayrische und französische Besetzung einander ab, erst 1861 wurde Salzburg österreichisches Kronland. 1875 brachte der Bau der Bahnlinie Bischofshofen - Selzthal neuen wirtschaftlichen Aufschwung. 1938 kam es schließlich zum Zusammenschluss der beiden Gemeinden Radstadt-Stadt und Radstadt-Land. 

Um das überkommene Erbe zu bewahren, erhielt Radstadt als erste Gemeinde des Landes ein Ortsbildschutzgesetz.

Paul Hofhaimer

Paul Hofhaimer - kleine historische Stadt Radstadt

"Ein Künstler, als der Hofhaimer auf der Orgel oder der Dürer von Nürnberg auf der Malerei."

Der das schrieb, hieß Teophrastus Paracelsus. Wer mit Dürer in einem Atem genannt wurde, und dies 
vom weltberühmten Arzt Paracelsus, musste wirklich auf der Höhe seiner Zeit stehen.



Paul Hofhaimer (geb. am 25. Januar 1459), war als Orgel- und Lautenspieler, als Komponist und Dirigent, als Erfinder des Regales und als Hofmann des Kaisers Maximilian berühmt.

Er kam aus dem kleinen Radstadt, wo er als Sohn des Lötschenmeisters in die Schule der Radstädter Stadtsinger und Organisten ging.

 Seine weitere Ausbildung erhielt er in Innsbruck am Hof des "verschwenderischen Sigismund". Von hier kam er zu Kaiser Max, mit dem er "wye eyn zigeyner" dreißig Jahre herumreisen musste. Dabei stieg sein Ruhm ständig. 

1515 wurde er für eine herrliche Aufführung seines TEDEUMS im Stephansdom zu Wien zum Ritter geschlagen.

Dürer hat sein Bildnis gezeichnet und - im Rahmen des Triumphzuges des Kaisers Max - auch in Kupfer gestochen. Sein Spiel auf der Orgel wird von großer Wucht und Harmonie gerühmt, aber auch für schlichte Volkslieder fand er die rechte musikalische Sprache.

Paul Hofhaimer verstarb 1537.

Geografie und Verkehrslage

Radstadt (856 m) liegt auf einer Felsterrasse im oberen Ennstal, umgeben von den beiden Gebirgsgruppen Dachstein im Norden und Radstädter Tauern im Süden.
 Die kleine, 700 Jahre alte Stadt mit Ihren knapp 5.000 Einwohnern ist nur 70 km von der Festspielstadt Salzburg entfernt und kann über die Tauernautobahn bzw. per Schnellzug bequem erreicht werden. Der nächste Flughafen ist Salzburg.



Pflanzen- und Tierwelt

Pflanzen- und Tierwelt rund um Radstadt.
Foto: Lorenz Masser

Höhenlage, Bodenverhältnisse und Klima begünstigen den Fichtenwald. Daneben kommen aber auch Buchen, Föhren, Lärchen und Bergahorn in mehr oder minder größeren Beständen vor. Vereinzelt gibt es in der Stadt auch Zirben, die sich sonst in größerer Zahl am Labeneck finden. Die Eiche tritt erst unterhalb von Schladming auf, Entwässerung, Flussverbauung und Rodung haben die einst ausgedehnten Moore und Erlendickichte stark zurückgedrängt.

Der Ackerbau spielt heute eine geringe Rolle, nur zwei Flurnamen weisen auf früheren Gersten- und Flachsanbau hin. Ein größeres Moor hat sich bei Mandling erhalten, in dem noch Torfstich betrieben wird.

Vor der Bändigung der Enns ließen sich früher im ausgedehnten Sumpfland verschiedene Zugvögel wie Kranich, Storch oder Purpurreiher nieder. Eine Reihergestalt in einem Brunnen beim Heimatmuseum erinnert daran. Mit dem Zurückdrängen der ehemaligen Bruchwälder und dem Ausdehnen des Kulturlandes nahmen Bussard, Saatkrähe und Elster zu. Neu eingewandert ist die Bisamratte, die erst 1925 durch das Oichtental nach Salzburg kam. In den Wäldern gibt es Hirschwild und Rehe, in höheren Lagen kann man Gämse antreffen.

An der Waldgrenze balzen Auer- und Birkhähne. Hausnamen künden davon, dass es früher auch Bären und Wölfe in dieser Region gab.



Kulturelles in Radstadt

Tracht in Radstadt
Foto:
Bürgergarde Radstadt
Foto: Lorenz Masser
Heimatverein Radstadt
Foto: TVB Radstadt

Kulturpflege hat in Radstadt eine lange Tradition. Heute sind vor allem Künstler und verschiedene Vereine Kulturträger.

Die Bürgergarde, vor mehr als 700 Jahren zur Verteidigung der Stadt gegründet, ist mit ihrer schmucken Uniform, bei weltlichen und kirchlichen Feiern auch heute noch eine Augenweide. Für den musikalischen Rahmen bei dem bekannten Gardefest, welches alljährlich am ersten Wochenende im August stattfindet, sowie auf vielen Festlichkeiten und Feiern sorgt die Radstädter Stadtkapelle mit Blasmusik.

Der Brauchtumspflege und Trachtenpflege hat sich der Heimatverein, die "Goasstoana", verschrieben. Altes Brauchtum ist lebendig und wird mit dem Maibaumaufstellen am 1. Mai, und dem Erntedankfest im Oktober, wo nach der heiligen Messe die Erntedankkrone in feierlicher Prozession durch die Stadt getragen wird, jährlich gefeiert.

Weitere kulturelle Attraktionen sind die Heimatmuseen im Schloss Lerchen und im Kapuzinerturm, alle 2 Jahre der Almabtrieb in der 1. Septemberhälfte zum Bauernherbst und das Krampuslaufen Anfang Dezember. 

Der Kulturkreis "Das Zentrum" unterstreicht mit zahlreichen Events auf hohem Niveau die Stellung Radstadts als kulturelles Zentrum der Salzburger Sportwelt. Dabei bietet das 1989 seiner Bestimmung übergebene "Zeughaus am Turm" im ehemaligen Teichturm den idealen Rahmen.

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